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Abfahrt

29. September

 

Am 29. September um 15:00 Uhr starteten wir in Hanerau-Hademarschen zu unserer diesjährigen Chorreise nach Selianitika in Griechenland. Da unser Lieblingsbusfahrer „Semmel“ immer noch nicht mit seinem Pilotenschein fertig war, musste er sich darauf beschränken uns bis zum Hamburger Flughafen mit dem Bus zu fahren.

 

Leider mussten wir dann feststellen, dass sich der Abflug aufgrund eines Unwetters vor der Halbinsel Peloponnes in Griechenland leicht verzögerte. So konnten wir ausgiebig die (auch preislich) vielfältige Gastronomie am Helmut Schmidt Flughafen testen.

 

Geflogen sind wir mit AEGEAN Airlines, einer griechischen Fluggesellschaft, wobei wir an Bord dann auch das erste Mal den Kontakt mit der griechischen Sprache hatten. Die Ansage des Flugkapitäns zuerst auf griechisch - dann auf englisch ließ uns erkennen, dass Englisch und Griechisch verwandte Sprachen sein mussten. ;-)

 

Zudem stellten einige Gosos besondere persönliche feinmotorische Fertigkeiten Fähigkeiten im Umgang mit dem Bordessen fest.
Es ist möglich auf gefühlten 20 Quadratzentimetern unfallfrei ein komplettes Abendessen zu sich zu nehmen!

 

In Athen angekommen begrüßte uns original norddeutsches Wetter: 17 Grad und Starkregen.

 

Der Bus war schon da - was konnte jetzt noch schiefgehen…

Unser Busfahrer sprach leider weder Englisch noch Deutsch, sodaß unser Chorleiter auf eine Fern-Simultan-Übersetzung per Handy mit unserem Gastgeber Andreas Drekis vom Hellenikon Idyllion zurückgreifen musste.

 

…der uns dann gleich mitteilte, dass momentan an eine Weiterfahrt leider nicht zu denken war.

Aufgrund des Unwetters war anscheinend die wichtige Verbindungsstraße von Athen nach Selianitika überspült worden.

Also erstmal rein in den Bus und so weit fahren, wie es ging.

 

Mittlerweile war es 1:30 Uhr Ortszeit.



Hotel Kanelli

Ankunft

30. September (irgendwann morgens...)

 

Nach einer Dreiviertelstunde Fahrt hatten wir dann zweieinhalb Stunden Zeit die atemberaubende Architektur griechischer Mautstationen zu bewundern. 

Die Straße war tatsächlich gesperrt. 

Dann, nach zweieinhalb Stunden Wartezeit, vielen umherrasenden Polizeiwagen mit Blaulicht und einem Dutzend verärgerter Lastwagenfahrern wurde schließlich die Vollsperrung der Straße aufgehoben und weiter ging’s. 

 

Nach ca. 2 Stunden kamen wir dann früh morgens (es war noch Dunkel) in Selianitika an.

Leider konnte der Bus nicht bis ganz zum Hellenikon Idyllion fahren, sodaß noch ca. 250 m zu Fuß direkt am Strand bis zum eigentlichen Ziel zurückgelegt werden mussten.

(Wurde eigentlich schon das regnerische Wetter erwähnt?)

 

Die ursprünglich für 10:01 Uhr geplante Chorprobe wurde dann auch gleich dem Umständen enstprechend auf 16:00 Uhr nach hinten verlegt.

Nach einer kurzen Ruhepause fanden sich dann nach und nach einige versprengte GoSos zum Frühstücksbuffet im benachbartem Hotel ein.

Heißer Kaffee und Frühstück: Make my day!

 

Danach machten sich einige Gosos auf, die Gegend zu erkunden oder im Hellenikon Idyllion zu chillen.

 

Noch eine Chorprobe ab 16:00 Uhr, danach Abendunterhaltung (Taverna, Rotwein, Bier, Dorade...).



Freizeit

1-3. Oktober

 

Vom 1-3. Oktober hatten wir dann Zeit für uns.
Das heißt bei den Gosos: Für uns miteinander.

Es standen auf dem Programm: Strand, Taverna, Ausflüge mit dem Linienbus nach Patras (nicht zum Käse - zur Stadt).

 

Bei der Fahrt mit dem Bus nach Patras fiel uns dann auf, daß die griechische Gelassenheit, die wir nach ein paar Tagen immer mehr zu schätzen lernten, nicht unbedingt auf alle Berufsgruppen (wie z.B. Busfahrer) zutreffen sollte.

 

In Patras wurde dann die Burg und die Fußgängerzone besichtigt, während die in Selianitika zurückgebliebenen Gosos am Strand lagen oder einen Yoga-Kurs machten.

 

Wer übrigens eines der letzten Abenteuer Europas sucht, sollte einmal am Busbahnhof von Patras eine Rückfahrkarte nach Selianitika kaufen und versuchen den richtigen Bus zu erwischen... (siehe Bild)

 

Zwischendurch wurde in Chorproben weiter am griechischen Stück "Frangosyriani" geübt, wobei wir tatkräftige Unterstützung in Textsicherheit und Tanzschritten von Andreas Drekis bekamen.

(Unser Griechisch soll leicht besser als das Englisch des Flugkapitäns gewesen sein.)

 

Und wie es immer so ist, wenn wir auf Reisen sind:
Das Wetter wurde immer besser!

Atemberaubend waren jeden Morgen die fantastischen Sonnenaufgänge über dem Meer.

 

Hellenikon Idyllion



Mykene und Epidauros

4. Oktober

 

Nachdem wir vom vielen Baden schon schrumpelige Haut und reichlich Sonne bekommen haben, wurde es Zeit für etwas Kultur.

Am 4. Oktober ging es nach Mykene und Epidauros.

 

In Mykene konnten wir die Akustik im Königsgrab mit "Benediction Song" austesten.

Den Versuch in Epidauros im eindrucksvollem Theater zu wiederholen scheiterte leider am Eingreifen eines Ordners, der uns erklärte, daß Musikgruppen und Chöre nur nach vorheriger Anmeldung im Theater singen oder musizieren dürfen. Schade.

 

Das Theater verfügt über eine exzellente Akustik, sodass man auch von den obersten Reihen jedes Wort verstehen kann.
Erreicht wird dies vermutlich durch die nach unten gewölbte Form der Sitzsteine. Ein beliebter „Akustik-Test“ im Theater von Epidauros ist das Fallenlassen einer Münze auf die Steinplatte im Zentrum des Bühnenrings, das auch vom obersten Rang problemlos gehört werden kann.

 

Seit 1952 werden hier wieder regelmäßig klassische Dramen vorgeführt und ziehen – wie damals – Zuschauer aus ganz Griechenland in den Sommermonaten nach Epidauros.

 

Nach der "Kulturtour" wurde dann gearbeitet.

Wir waren bei einer Musikstiftung in Korinth eingeladen, ein kleines Konzert zu geben.

Was für ein einzigartiger und unvergesslicher Abend das für uns alle werden sollte, konnten wir vorher noch nicht ahnen.

 

Nachdem wir aufs herzlichste begrüßt wurden und unser Konzert gegeben hatten, wurden im Innenhof der Stiftung Tische und Stühle aufgestellt und wir wurden alle zu einem reichhaltigen und köstlichen Essen mit Wein, Wasser und Softgetränken eingeladen.

 

Danach zeigte eine örtliche Sirtaki-Tanzgruppe, wie man diesen bekannten griechischen Tanz richtig ausführte.


Auch uns!
Nicht wenige von den GoSos fanden sich Minuten später Arm in Arm und Hand in Hand mit äußerst gastfreundlichen und netten Griechen und Griechinnen wieder.

Wir mussten feststellen, daß richtig Sirtakitanzen nicht nur eine Menge Spaß machte, sondern auch äusserst schweißtreibend ist.

 

Wir lernten an diesem Abend, was wahre Gastfreundschaft in Griechenland bedeutet.

Wir haben in den wenigen Stunden eine Herzlichkeit und Offenheit erfahren, die selten ist und wir hätten dort noch Stunden zubringen können.

 

Spät Abends sind wir dann mit dem Bus zurück nach Selianitika gefahren, mit dem Gedanken immer noch bei dem schönen Abend mit Musik, gutem Essen und den Freunden, die wir gefunden hatten.

Mykene

Epidauros


Stiftung, Korinth


Olympia

Amaliada

Olympia und Amaliada

5. Oktober

 

Nach einem frühmorgendlichen Bad im Meer und anschließendem Frühstück ging es dann Richtung Olympia, wo wir die Ausgrabungsstätte des antiken Olympia besichtigen konnten.

Diese weitläufige antike Ausgrabungsstätte mit dem daran angegliederten großen Museum zog selbst nicht so geschichtlich interessierte GoSos in den Bann.

Man konnte anhand der Ausgrabungen und der Grundrisse der einzelnen Bauten erahnen, wie Olympia ausgesehen hatte, bevor es im Jahre 551 von einem heftigen Erdbeben zerstört wurde.

Noch heute wird das olympische Feuer mit Hilfe eines Brennspiegels hier entzündet und auf seine lange Reise zu dem jeweiligen Austragungsort gebracht.

 

Nach einem interessanten Tag kamen wir am späten Nachmittag dann in Amaliada an.

Hier gab es erst einmal bei Nikos ein gutes und reichhaltiges Essen (wie immer mit köstlichem griechischen Salat), bevor es dann zum Konzertsaal der Stadt ging, wo wir am frühen Abend unser Konzert hatten.

Wir waren die erste ausländische Musikgruppe, die in diesem neu erbautem Theater spielen durfte.

Zu dem Auftritt waren auch einige Lokalpolitiker und der Bürgermeister unter den Zuschauern.

Wir konnten ein bunten Querschnitt durch unser aktuelles Programm präsentieren und hatten - wie auch vorher in Korinth - mit unserem griechischen Stück "Frangosyriani" großen Erfolg.

 

Wie bei allen Ausfahrten, Chorproben und Konzerten hatten wir auch in Amaliada Teresa an der Klarinette und im Chor dabei.

Teresa machte zur Zeit ein Studienpraktikum im Hellenikon Idyllion und wir haben uns sehr gefreut, daß Sie unserer Einladung uns bei der Griechenland-Tour zu begleiten nachgekommen ist.

Ganz besonders freuen wir uns, daß sie am 17. November bei unserem Jahreskonzert in Wacken besuchen und uns an der Klarinette und im Sopran begleiten wird.

 

Nach einem aufregenden Tag mit abschließendem Konzert ging es wieder Richtung Selianitika.

Dort hieß es dann Kofferpacken, da wir schon am nächsten Tag gegen 3:30 Uhr morgens mit dem Bus Richtung Athener Flughafen mussten.

 

Die 6 Tage Chorreise waren wie im Fluge vergangen und nicht wenige hätten gerne noch ein paar Tage rangehängt.

(Einzelne hofften auf einen überspülten Straßenabschnitt...)

 

 

 

 

Olympia



Rückflug

6. Oktober

 

Nachdem wir mehr oder weniger (oder gar keinen) Schlaf bekommen hatten, standen wir morgens um 3:30 Uhr wieder da, wo uns der Busfahrer vor ein paar Tagen zum Hellenikon Idyllion abgesetzt hatte.

Es war windig aber trocken und die Wellen schlugen an den Strand von Selianitika.

Bei Sonnenaufgang flogen wir dann mit Aegean Airlines zurück nach Hamburg, wo an der Gepäckausgabe anscheinend die griechische Gelassenheit Einzug gefunden hatte.

 

Dann ab zum Bus, wo unser Lieblingsbusfahrer schon auf uns wartete (wahrscheinlich war er sowieso schon da, weil er schwer an seinem Pilotenschein arbeiten musste).

 

Wir kamen am frühen Nachmittag ziemlich kaputt aber voller Eindrücke zu Hause an.

Wieder einmal wurde der Beweis erbracht, daß dieser Chor und die Chorgemeinschaft der Gospelling Souls etwas ganz Besonderes ist.

 

Wir hatten eine Menge Spaß, gut gegessen, viele neue Freunde gefunden, historische Stätten und aufregende Busbahnhöfe gesehen und eine beispiellose Gastfreundschaft erfahren dürfen.

 

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns voneinander...

 

Aber, hey: Donnerstag ist ja wieder Chorprobe... ;-)

 

(hs)